Konzerttour 2026
«West Side Stories»
Farbenprächtige Klänge, pulsierende Rhythmen und strahlende Kantilenen – das Swiss Symphonic Wind Orchestra erzählt im Rahmen seiner «West Side Stories»-Tour musikalische Geschichten und präsentiert Werke junger, aufstrebender Komponisten aus dem Schweizer Westen.
Im Zentrum des Programms stehen die «Symphonic Dances from ‹West Side Story›» von Leonard Bernstein in einem Blasorchester-Arrangement von Paul Lavender, die mit ihrer stilistischen Vielfalt und weltweiten Popularität begeistern.
Höhepunkt des ersten Konzertteils ist Oscar Navarros «Il Concerto for Clarinet and Wind Band», ein dreisätziges, virtuoses Klarinettenkonzert mit spanischem Flair, virtuos interpretiert von unserem Konzertmeister Joel Cardoso.
Abgerundet wird das Programm durch drei Werke junger Westschweizer Komponisten: «Plasma» von Gauthier Dupertuis, eine energiegeladene, stetig pulsierende, mittreissende Ouverture, «Sacred Dance for an Ungodly World» von Théo Schmitt, ein zeitreflektierendes Werk auf der Suche nach Antworten auf das Elend unserer Welt, sowie die diesjährige SSWO Auftragskomposition «Parade» des erst 24-jährigen Waadtländers Théo Rossier. Das in ambivalent geheimnisvoll und festlicher Stimmung angelegte Stück ist inspiriert von Goyas Fresco «Die Prozession des Heiligen Isidor».
Tourdaten
Samstag, 12. September 2026
19.30 Uhr, Zürich-Oerlikon
Konzertsaal 1, Brunnenhof
(ehem. Radiostudio)
Samstag, 19. September 2026
19.30 Uhr, Widnau
Widebaumsaal, Hotel Metropol
Sonntag, 20. September 2026
18.00 Uhr, Urdorf
Aula, Kantonsschule Limmattal
Programm
«Plasma»
Gauthier Dupertuis (*1997)
Plasma
Das Eröffnungswerk «Plasma» des Komponisten Gauthier Dupertuis entstand 2024 im Auftrag des Blasorchesters MG Harmonie Biberist. Der 1997 im Wallis geborene Musiker liess sich hierfür vom «vierten Zustand der Materie», dem Plasma, aus welchem auch Blitze und Sonnen bestehen, inspirieren. Ähnlich dem ständigen Farb- und Formenwandel des namensgebenden Aggregatzustandes stellt er die konstante Veränderung des musikalischen Materials, der rhythmischen Elemente, der Harmonien und Melodien ins Zentrum und kreiert dadurch energetische, pulsierende, mitreissende Musik.
«Parade»
Théo Rossier (*2002)
SSWO-Uraufführung 2026
Parade
Auch der Auftrag zur diesjährigen Auftragskomposition des SSWO erging an einen jungen Westschweizer Komponisten. Théo Rossier, 2002 im Kanton Waadt geboren, komponierte zunächst autodidaktisch, bis er 2019 erstmals Kurse am Konservatorium in Lausanne belegte. 2022 begann er sein Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste in Bern. Neben einem Faible für moderne Musik lässt sich der junge Komponist auch vom Stil Johann Sebastian Bachs inspirieren. Das für das SSWO neu komponierte Werk «PARADE» ist vom Fresko des spanischen Malers Francisco de Goya «La romería de San Isidro» oder «Die Prozession des Heiligen Isidor» inspiriert. Das Gemälde zeigt eine Vision der Prozession zur Einsiedelei des Heiligen Isidor in Madrid. Es stellt eine Menschenmenge dar, die nachts sichtbar betrunken ist, singt und beunruhigende Gesichter macht. Das Ziel des Stücks ist es, die Gefühle darzustellen, die wir beim Betrachten dieses Gemäldes empfinden könnten. Es wird ein eher langsames Stück sein, in einer ambivalenten Atmosphäre zwischen geheimnisvoll und festlich.
Il Concerto for Clarinet and Wind Band
Oscar Navarro (*1981)
Joel Cardoso, Solist
Il Concerto for Clarinet and Wind Band
Höhepunkt des ersten Konzertteils bildet das Werk «Il Concerto for Clarinet and Wind Band» des spanischen Komponisten Oscar Navarro. Es entstand 2011/12 im Auftrag des Valencia Music Institute und ist dem Klarinettisten José Franch Ballester gewidmet. In drei Sätzen, welche von typisch spanischen Flamencoklängen und prächtigen cantabile-Abschnitten (1. Satz) über hypnotische pianissimo-Passagen (2. Satz) und virtuose prestissimo-Partien (3. Satz) führen, hebt der Komponist gekonnt die technische und klangliche Vielfalt des Soloinstruments hervor. Joel Cardoso, Konzertmeister des SSWO und Musiker in verschiedenen Schweizer Orchestern (u.a. City Light Orchestra) stellt sich als Solist den Herausforderungen dieses mitreissenden Werks.
PAUSE
Sacred Dance for an Ungodly World
Théo Schmitt (*1991)
Sacred Dance for an Ungodly World
Der dritte junge Westschweizer Komponist im Bunde, Théo Schmitt (1991 ebenfalls im Waadtland geboren) steuert sein neustes Werk «Sacred Dance for an Ungodly World» zur Eröffnung des zweiten Konzertteils bei. Es entstand als Auftragskomposition im Rahmen der Masterprüfung des Dirigenten Dominik Ziörjen und wurde im Juni 2025 uraufgeführt. Schmitt studierte am Konservatorium in Lausanne sowie an den Universitäten von Los Angeles und South California und ist als Komponist und Dirigent in Los Angeles tätig. Sein bisheriges Werk umfasst Stücke für Brass Band und Blasorchester, aber auch für Chor und Orchester sowie Filmmusik. Schmitt sagt zu seinem Anfang 2024 komponierten Werk: «Es entstand in einer Zeit, die von verschiedenen globalen Ereignissen geprägt war – den US-Präsidentschaftswahlen, dem Konflikt im Gazastreifen und dem Krieg in der Ukraine – die den Hintergrund meiner täglichen Arbeit bildeten und unweigerlich meine Gemütsverfassung beeinflussten.» In meiner Hoffnungslosigkeit erinnerte ich mich an Psalm 22, in dem Jesus Christus, als er am Kreuz starb, Gott fragte: «Warum?». Obwohl ich kein religiöser Mensch bin, fand ich es interessant, diesen biblischen Bezug auf unsere moderne Welt zu verwenden. Anstatt den Text direkt zu vertonen, liess ich mich von seinem natürlichen Rhythmus leiten und nutzte seine Phrasierung und seinen Puls als Grundlage für die rhythmische Entwicklung des Stücks. Das Ergebnis ist ein Werk, das Zweifel, Elend und die verzweifelte Suche nach Antworten widerspiegelt – ausgedrückt durch unruhige rhythmische Wendungen und wirbelnde Gesten, als würde man versuchen, einen Gott anzusprechen, der keine Antwort gibt.“
Symphonic Dances from «West Side Story»
Leonard Bernstein (1918–1990)
arr. Paul Lavender
Symphonic Dances from «West Side Story»
Mit «Symphonic Dances from ‹West Side Story›», Auszügen aus dem bekannten amerikanischen Musical von Leonard Bernstein in einem Blasorchester-Arrangement von Paul Lavender, schliesst das Programm mit einem weiteren Höhepunkt. 1960 arrangierte der Komponist selbst die bekanntesten Stücke aus dem Musical als Orchestersuite für den Konzertsaal. Die «West Side Story», 1954 uraufgeführt, versteht sich als moderne Interpretation der Thematik von Romeo und Julia vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Jugendbanden in Amerika. Leonard Bernstein kombinierte dafür unterschiedliche musikalische Elemente, etwa verschiedene Jazzrichtungen, klassische Opernelemente und lateinamerikanische Tänze und schuf ein Werk, das bis heute in unzähligen Interpretationen und auf verschiedenen Bühnen der Welt gespielt wird und sich grosser Beliebtheit erfreut.
Komponist des Auftragswerks
Théo Rossier
Théo Rossier wurde am 11.06.2002 in der Schweiz, im Kanton Waadt geboren. Er begann im Alter von 6 Jahren Kornett zu spielen, bevor er einige Jahre später zur Trompete wechselte. 2016 begann er sich für das Komponieren zu interessieren und schrieb bis 2019 als Autodidakt. Am Konservatorium von Lausanne begann er im Rahmen der Leitung eines Bläserensembles einen Kurs in Harmonielehre. 2021 wurde sein Stück «Celui qui chuchotait dans les ténèbres» vom Kammerorchester Lausanne ausgewählt, um im Rahmen eines Projekts zur Förderung Schweizer Komponisten während der Pandemie aufgenommen zu werden.
2022 gewann er den ersten Preis des europäischen Kompositionswettbewerbs für Brass Bands mit seinem Stück «Stendhal’s Syndrome », das in der Townhall von Birmingham von der Grimethorpe Colliery Band uraufgeführt wurde. Er schloss sein Bachelorstudium in klassischer Musik mit Schwerpunkt Komposition an der Hochschule der Künste Bern ab, wo er bei Xavier Dayer, Irene Galindo Quero und Oliver Waespi studierte. Derzeit setzt er seine Ausbildung zum Dirigenten für Blasorchester am Konservatorium Freiburg bei Jean-Claude Kolly und Stéphane Delley fort.
Solist
Joel Cardoso
Joel Cardoso ist ein portugiesischer Klarinettist und offizieller Backun Artist. Er ist Mitglied des City Light Orchestra (KKL Luzern) und arbeitet regelmässig mit dem Orchestra della Svizzera italiana, dem Luzerner Sinfonieorchester, der Argovia Philharmonic sowie dem Philharmonischen Orchester Freiburg zusammen. Seit 2024 ist er Konzertmeister des Swiss Symphonic Wind Orchestra.
Er ist Preisträger von über 20 internationalen Wettbewerben, darunter 1. Preise beim Carlino Clarinet International Competition (Italien, 2023) und beim Thailand International Clarinet Competition (2021) sowie Stipendiat der Yamaha Music Foundation of Europe. Konzertauftritte führten ihn u. a. zu Festivals in Luzern, Zermatt, Grafenegg und Davos. Zudem spielte er mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra und wurde zweimal zur Zermatt Music Festival & Academy eingeladen.
Derzeit lebt Joel Cardoso in der Schweiz und absolviert einen Solo Master an der Hochschule Luzern (sein dritter Master). Er studierte u. a. bei Paolo Beltramini, Robert Pickup, François Benda und Jordi Pons. Joel Cardoso ist offizieller Künstler für Backun, D’Addario, und SCV Ligatures.